„Stirbt die Biene, stirbt auch der Mensch“

Mit diesem Spruch demonstrierten Imker gegen den Einsatz hochgifitiger Pestizide, an deren Folgen die Bienen entweder sofort starben oder aber unter Gedächtnisverlust litten und nicht mehr zum heimischen Stock fanden, was ebenfalls zum Tode führte. Und dabei ist die aufgenommene Menge des Gifts unwichtig, Bienen verendeten selbst dann, wenn die Pestiziddosis so gering war, dass sie sich im Labor nicht messen ließ.
Und wir essen dieses Gift und denken dann, das sei gesunde Ernährung. Das war der letzte Schubs den ich brauchte, um es endlich mit der „Märkischen Kiste“ zu versuchen.

Monoma brachte mir das rätselhafte Bienensterben wieder in Erinnerung. Davon hatte ich schon gehört und besorgtes Magenweh deswegen gehabt. Und das leise Gefühl, der nachvollziehbaren Konsequenz, wenn die Honigbiene sich entschließt durch ihr Aussterben den egomonanischen Menschen, die sich die Erde rücksichtslos Untertan machen und eben zerstören, die Hilfe an diesem Raubbau zu verweigern.

Gestern hatte ich endlich Zeit mir die verstörende Arte-Dokumentation anzusehen. Da ich just mit einer Sommergrippe geschlagen bin, war meine Laune schon vorher nur so mittel, nach der Doku war ich einfach nur entsetzt. Und damit mein Entsetzen nicht ratlos versiegt, schreibe ich nun darüber.

Da gibt es diese riesenhafte Monokultur aus Mandelbäumen in Californien. Ein beklemmendes Bild, das aller Schönheit entbehrt.
Wenn die Mandelbäume blühen… Diese Vorstellung weckt in mir Assoziationen von süßem Duft und Frühling, linder Luft und einem Schuhpaar, das in der Hand getragen wird, während man barfuß unter den Mandelbäumen entlang schlendert und ein beschwingtes Kribbeln in der Brust fühlt.
Wenn aber die Mandelbäume dieser Monokultur blühen, sieht es aus als sei ein Atomkrieg über die Welt hernieder gegangenen und habe die Bäume und ihre Umgebung mit weißer Asche überzogen.
Alljährlich wird der Großteil der us-amerikanischen Honigbienen zur Bestäubung dieser Monstrosität herangekarrt und weil die armen Tiere unfähig sind sich an eine derart unnatürliche Umgebung anzupassen, muss der Mensch sie künstlich füttern und vorsorglich mit Gift gegen Viren, Bakterien und Parasiten behandeln. Es ist beklemmend wie die Verantwortlichen dieses Wahnsinns stolz von Profit und Größe ihrer Unternehmung sprechen.

Die Dokumentation bot keine einlullende „Es wird aber trotzdem alles gut“-Aussicht. Stattdessen ließ sie Forscher zu Wort kommen, die zwar den Verlust der Honigbiene als schlimm empfanden, aber dies vor allem deshalb, weil die landwirtschaftliche Produktion zu einem Gutteil von der Bestäubungstätigkeit der Bienen abhängt und es fatal wäre, wenn diese wegfielen. Aber anstatt das Naheliegende, die Reduzierung von nicht-beherrschbaren Giften für Mensch und Tier in der Landwirtschaft, zu erwägen, sprachen diese Menschen von Roboter-Drohnen und Laborzüchtungen von genmanipulierten Super-Bienen. Letztere wurden auch gezeigt, ein Bild so alptraumhaft, als stammte es aus einem Science-Fiction-Film, der Gott sei Dank nie Wirklichkeit würde, nur, dass es diesmal der realen Jetztzeit entspringt.

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