Unser schöner neuer Patriotismus treibt seine Blüten

Da hört der Spaß dann auf. Wenn Israel der Lena, unserer Lena!!!, keine Punkte gibt, toben junge, aufgestylte Dinger auf Twitter und Facebook ihren Antisemitismus aus.

Null Punkte aus Israel

Ich bin einfach nur angewidert.
Aber im Grunde sind diese jungen Antisemiten nur die folgerichtige Konsequenz aus dem vermeintlichen Spaßpatriotismus und diesem ganzen Nationalzirkus, der da aufgefahren wird, rund um den Grand-Prix und bald dann der WM.
Ich bin froh, in meiner Jugend keinem SchwarzRotGelben-Wahnsinn ausgesetzt gewesen zu sein und mir graust vor den Generationen, die Nationalstolz als wichtig und richtig empfinden.

Advertisements
Dieser Beitrag wurde unter Alltagsrassismus abgelegt und mit , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

4 Antworten zu Unser schöner neuer Patriotismus treibt seine Blüten

  1. Pingback: Patriotismuskritik, die unauffindbare | Ratlosigkeit und Katzen

  2. sofiapierrot schreibt:

    Ich gebe dir da wirklich recht, seit der WM 2006 scheint sich alles verändert zu haben.. Anfangs dachte jeder, es sei gut, dass die Deutschen mal wieder Flagge zeigen etc. Doch leider nehmen viele Jugendliche die Fahne als Ausrede um sich richtig daneben benehmen zu dürfen – und rassistische Äußerungen wegen eines Fußballspiels oder einem Esc.. Traurige, unschöne Wahrheit.
    Beruhigend, dass das noch jemand erkennt…

  3. Lotta Gruen schreibt:

    Ja, ich find’s auch beruhigend, wenn ich solche Rückmeldungen wie deine bekomme. 🙂

    Ich bin schon grundsätzlich der Meinung, dass es fragwürdig ist, ob Patriotismus denn überhaupt notwendig ist. Ich sehe da nur Nachteile.
    Und gerade wenn emotionalisierte bis hysterisierte Massen zusammenkommen, entwickelt sich unversehens eine Gruppendynamik, die für Außenstehende bedrohlich wirken/werden kann. Sven Stillich hat so ein Erlebnis in seinem Blog festgehalten.
    Und in Fan-Gesängen wird auch schnell deutlich, dass ausgegrenzt werden soll: „Steht auf wenn ihr für Deutschland seid“ (Am Ende des Videos kommt das Lied)
    Und wobei genau der gesellschaftliche Fortschritt und die „gesunde Unverkrampftheit“ liegen soll, sich bei sengender Hitze zu 100.000en am Branderburger Tor zu versammeln und in Gemeinschaftgefühlen unterzugehen, erschließt sich mir nicht. Theoretisch kann ich zwar nachvollziehen, warum diese Menschen eine Sehnsucht danach fühlen sich in der Masse zu verlieren, aber das finde ich schon in der Theorie unangenehm.

  4. sofiapierrot schreibt:

    Ich bin grundsätzlich nicht gegen Patriotismus, denn wie du sagst, dadurch entsteht eine Gruppendynamik die in einigen Fällen dafür sorgt, dass man sich gemeinsam für eine Sache stark macht. Gegen Fanmeilen und ähnlichem Ausleben großer Sportevents habe ich eigentlich auch nichts, nein, ich bin selber ganz vernarrt in die Wm.. Doch uneigentlich ist mir genau das aufgefallen, was du sagst: Oftmals wird ausgegrenzt. Z.b. finde ich es so merkwürdig, dass man seit dem 11.6. auf Fb Sätze liest wie: „Adieu les Bleus“, „Ciao Italia – Spaghetti und Pizza für ganz Deutschland“ oder das altbekannte „Ohne Holland fahren wir zur Em/Wm“. Eher seltener findet man hingegen Jubelrufe für das Weiterkommen Deutschlands. Man könnte glatt das Gefühl gewinnen, viele freuen sich mehr für das „Versagen“ anderer Nationen statt für den „Erfolg“ der Eigenen. Und das ist es im Grunde genommen, was mich so unglaublich stutzig macht. Ob das nun an einem falsch adaptierten Patriotismus liegt oder wie man das auch immer nennen mag.. Unschön!

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s