„We are just victims of the same situation“

Es war am Ende jenes Sommers, als mir Tocotronics „Kapitulation“ und Maximo Parks „Books From Boxes“ kaum mehr aus dem Ohr ging und F im Badradio immer MotorFM anstellte. Irgendwann kam da aus diesen Radio eine Melodie und eine Stimme, in die ich mich sofort verliebte. Voxtrot, aus Austin, Texas, hatte die Frau im Radio erklärt, bekannt für ihre lyrischen Texte.

Bei Voxtrot stimmte für mich alles und das auf Anhieb: Die Musik, der Gesang, die Texte. Großartig! Ich weiß gar nicht mehr welches Lied mich zuerst für sie einnahm – beim ersten Hören ihres (leider einzigen) Albums gab es nicht eines, das ich nicht vollkommen perfekt fand. Ich erinnere mich noch, wie ich S erklärte, sie müsse… unbedingt jedes Lied… zum Niederknien!
Ja, tatsächlich, zu Voxtrot fallen mir nur Superlative ein.


Poetry is not a luxury, it’s how I’ll break this home


Go ahead and celebrate the things you’ve lost.

Die Welt war perfekt als ich herausfand, dass sie am 10.November 2007 in Berlin spielen würden. Und dann auch noch im Magnet, das war nur einmal durch den Volkspark und dann ein bisschen die Greifswalder rauf – und der Volkspark war eh unser verlängertes Zuhause (wie im Grunde alles im Umkreis von 2 km).
Ja und dieses Konzert war dann wirklich das Schönste bisher je erlebte. Hüpfen und Ramesh‘ Gesang, die Auswahl der gespielten Lieder, das Wissen, bald zu alt zu sein für so einen Quatsch, umgeben von Menschen, denen eben jene Texte so nahe waren wie mir.
Und F hinter mir, der durch die Musik rief: „Wackel mal nicht, ich mach grad ein Foto!“

Seit bald drei Jahren sind Voxtrot für mich da, wenn ich einen Ort brauche mich in Liedern zu verkriechen oder aus ihnen heraus zu explodieren. In dieser Zeit haben sich meine Interpretation verändert, so wie ich mich verändert habe, aber nicht eines wurde unpassend.

Ich hatte gehofft, von Zeit zu Zeit, würden mich neue Voxtrot-Lieder begrüßen und meinen Weg mit mir gehen. Aber als es immer stiller wurde, ahnte ich, ohne es mir groß bewusst zu machen, dass Voxtrot wohl ein Ende finden würden.
Und jetzt schreibt Ramesh vom „unmittelbaren Ruin“ Voxtrots. Er lässt anklingen, dass er vieles bereute und es einiges an Seelenarbeit brauchte bis er ohne Bedauern auf die Zeit mit Voxtrot zurückblicken kann. – Ja, aber warum denn bloß?

Ramesh, diese wundervollen Lieder, dieses musikalische Zuhause, dass du mir und vielen anderen errichtet hast, das ist einfach meisterhaft. Und das bleibt für immer. Mein Leben wäre ohne deine Lieder nur ein 1/8 so schön.
Danke für jede einzelne Liedzeile. Ich bin gespannt, wo dein Weg nun hingehen wird.

Und ach, wie nah ist mir schon dieser Satz in Ramesh‘ – rundum lesenswerten – Abschiedsbrief:

Warning: This is a very long note, but then again, eyerything I write is very long.

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